Der Lederberg

Höhe über der Ostsee 446,6 Meter.

Der Lederberg ist ein Glied des breiten Quarzpophyrzuges, der von Reinhardtsgrimma, entlang den Talflanken des Cunnersdorfer Baches.
Überaus steil fällt er auf seiner Westflanke zur Sohle des Müglitztales in Schlottwitz ab, was einen Höhenunterschied von etwa 200 Meter einbringt.

Jedoch, der Lederberg ist eigentlich kein Berg sondern nur eine gewaltige Talflanke; denn oben geht er nur mit einen kurzen, flachen Abfall in sanfte Wiesen und Äcker über.
Eine von der Höhe herabziehende Einmuldung scheidet diesen Hang in zwei vegetationsmäßig verschieden ausgebildete Abschnitte.
Der südliche Teil wird von Eschen und Hainbuchen, vereinzelt von Kiefern und Fichten, sowie als Besonderheit von etwa noch 200 Eiben, (als Naturdenkmal die „1000-jährige Eibe“) überzogen. Die Felsen sind hier vielfach mit Efeu überwachsen.

Die nördliche Hangpartie zeigt nur magere Bodenbedeckung. Eichengebüsch, Birken und Heidekraut, sowie Heidelbeeren, in sehr geringen Beständen, aber mehr und mehr zurückgehend, auch Wachholderbüsche, fallen neben den vielen kahlen Pophyrstellen, deren rötliche Färbung dieser Hangpartie eine ganz besondere Tönung verleiht, besonders auf.
An dieser Hangpartie finden wir auch einige, jetzt verschüttete kleine Höhlen.

Eine, jetzt unzugängliche Höhle wird als „Schneiderhöhle" bezeichnet, in welcher sich der Überlieferung nach, ein Schneider, der Religionsverfolgungen wegen, als Einsiedler jahrelang aufgehalten haben soll.
Die Namensgebung „Lederberg“ ist jedoch nicht eindeutig erwiesen. Vermutungen, dass diese Bezeichnung darauf zurückzuführen ist, da man vermutlich die Rinde der dort angesiedelten Eichen zur Lederherstellung verarbeitete. Eine andere Darstellung hat sich erhalten, dass der Name von der rötlich-braunen Farbgebung des Porphyrgesteines abgeleitet wurde.

Im Gebiet des Leder- und sich anschließenden Kleppelberges (412 m über der Ostsee), hatte man etwa um 1935 zur Vermehrung einige Exemplare Mufflons, eine auf der Insel Korsika beheimatete Wildschafart, angesiedelt, die sich dann auch hier mit Erfolg vermehrt hat. Heute haben sich diese scheuen Tiere mehr und mehr zurückgezogen.


H. Schwarzer